Beim Hausverkauf in Wien ist Interesse schnell erzeugt. Ein Abschluss entsteht erst, wenn du Unsicherheit eliminierst und Verbindlichkeit aufbaust. Genau hier scheitern viele Verkäufe: Es gibt Kontakte, es gibt Termine – aber es gibt keine kontrollierte Entscheidungskette.
Dieser Ablauf ist darauf ausgelegt, dass:
- Käufer schnell verstehen, was sie kaufen
- Banken/Finanzierung nicht bremsen
- Verhandlungen nicht ausufern
- der Deal „durchläuft“ – bis zur Übergabe
Phase 1: Vorbereitung – bevor der Markt Sie testet
1) Planlage/Potenzial einordnen (ohne Versprechen)
Beim Haus werden Potenzialfragen gestellt – immer.
Premium heißt: Du bist nicht „überrascht“, du bist vorbereitet.
- Was ist realistisch?
- Was ist ausgeschlossen?
- Was muss geprüft werden?
Ziel: Potenzial ist klar, aber nicht „verkauft“. Verkauft wird Sicherheit.
2) Unterlagenpaket „abschlusstauglich“ machen
Nicht perfekt. Aber konsequent geordnet.
Käufer und Banken hassen Chaos – Chaos kostet Preis.
Typisch relevant:
- Eigentums-/Grundstücksthemen
- Pläne/Flächenangaben (konsistent)
- Nachweise zu Sanierungen/Technik (wenn vorhanden)
- Energieausweis (rechtzeitig)
3) Zustand/Technik in eine ruhige Faktenform bringen
Keine Romane. Keine Ausreden.
Eine Premium-Faktenliste (kurz) wirkt stärker als jede Werbesprache:
- Heizung: Typ, Alter, Wartung (falls bekannt)
- Fenster: Zustand/Erneuerung (falls bekannt)
- Dach: Zustand/Arbeiten (falls bekannt)
- Feuchte/Keller: Status (klar benennen)
- Elektrik: modernisiert / Bestand (ohne Drama)
Phase 2: Positionierung – eine Hauptlogik pro Haus
Der häufigste Fehler: Man versucht, alle Käufer gleichzeitig zu bedienen.
Option A: Eigennutzer-Logik (meist die stärkere beim Haus)
Fokus:
- Alltag, Ruhe, Licht, Garten, Grundriss
- Einzugstiming, Lebensqualität, „passt zu uns“
Option B: Potenzial-Logik (nur wenn objektiv relevant)
Fokus:
- Rahmenbedingungen, Machbarkeit, Grenzen
- neutral und prüfbar formuliert
Premium-Regel: Eine Hauptlogik. Ein Angebot. Eine klare Erwartung.
Phase 3: Käuferfilter – weniger Kontakte, mehr Abschluss
Beim Haus ist „Besichtigungstourismus“ teuer.
Premium heißt: Vorqualifizierung ohne Stress, aber mit Niveau.
Vorqualifizierung: 4 Fragen, die 80% klären
- Budget/Finanzierungsstatus: „Ist Finanzierung grundsätzlich geklärt?“
- Timing: „Kaufentscheidung in welchem Zeitfenster?“
- Entscheider: „Wer entscheidet final?“
- Passung: „Was muss zwingend passen – Garten, Zimmer, Lage?“
Ergebnis
- weniger Termine
- weniger „ich schau mal“
- deutlich mehr echte Entscheidungen
Phase 4: Besichtigung – nicht zeigen, sondern führen
Eine Premium-Besichtigung ist Choreographie:
- Start mit den 3 stärksten Fakten (Lage/Grundstück/Alltag)
- dann Grundriss-Logik (wie lebt man hier?)
- dann Technik/Zustand (ruhig, klar)
- am Ende: nächste Schritte (wenn Interesse: was passiert jetzt?)
3 Dinge, die Besichtigungen ruinieren
- ungeführtes Herumlaufen
- zu viel Rechtfertigung
- keine klare nächste Stufe („melden Sie sich einfach“)
Premium-Regel: Der Käufer soll das Gefühl haben, dass du den Prozess hältst – ohne Druck.
Phase 5: Angebot – hier entscheidet sich Preisfestigkeit
Viele Verkäufer verlieren Preis nicht wegen „Markt“, sondern wegen unklarer Angebotsphase.
Premium-Angebotslogik
- Fixe Angebotsfrist (nicht endlos offen)
- Klare Bedingungen (Finanzierung, Übergabe, Inventar)
- Klare Kommunikation (kein Ping-Pong, kein Basar)
Warum das wirkt
- schafft Verbindlichkeit
- verhindert „Zermürbung“
- macht dein Angebot stabil
Phase 6: Verhandlung – weniger sprechen, mehr Rahmen halten
Verhandlungen eskalieren meist, wenn:
- Risiken nicht vorher geklärt wurden
- Unterlagen spät kommen
- Tempo sinkt
Premium-Verhandlung heißt
- ruhig bleiben
- Fakten nutzen (nicht Emotionen)
- Bedingungen sauber führen
- Tempo schützen (Tempo ist Macht)
Phase 7: Vertrag, Treuhand, Übergabe – das „letzte Drittel“ sichern
Viele Deals brechen im letzten Drittel, weil vorher improvisiert wurde.
Wenn du die frühen Phasen sauber machst, wird das letzte Drittel Routine.
Übergabe in Premium-Form
- Übergabeprotokoll
- Zählerstände
- Schlüssel/Inventar
- klare Zustandsdokumentation (kurz, sachlich)
Ziel: Der Abschluss fühlt sich nicht wie „Kampf“ an, sondern wie Abschluss einer sauberen Entscheidung.
Mini-Checkliste: Von Interesse → Abschluss (in 10 Punkten)
- Planlage/Potenzial eingeordnet (ohne Versprechen)
- Unterlagenpaket geordnet
- Energieausweis rechtzeitig
- Zustand/Technik in Faktenform
- Eine Haupt-Zielgruppe (keine Mischlogik)
- Vorqualifizierung (Budget/Timing/Entscheider/Passung)
- Fixe Besichtigungsslots
- Geführte Besichtigung + klare nächste Stufe
- Angebotsfrist + Bedingungen
- Übergabe sauber geplant


Quellen (offiziell):
- Flächenwidmung/Bebauungsplan (Stadt Wien): https://www.wien.gv.at/stadtplanung/flaechenwidmung-auskunftssystem
- Energieausweis – Pflichten Österreich: https://www.oesterreich.gv.at/de/themen/bauen_und_wohnen/wohnen/1/Seite.210400





